Was bis vor wenigen Jahren fast nur in Anthroposophischen Kreisen verbreitet war, zählt heute mit zu den beliebtesten Wandgestaltungen.

Wandlasuren passen zu fast jedem Einrichtungsstil. Im Unterschied zur herkömmlichen Wandfarbe, die generell hoch deckend ist, lässt sich mit Lasuren ein Farbenspiel erreichen.

Die verwischten Strukturen bringen mediterranes Flair in Ihr Wohnzimmer. Diese Stimmung und Effekte gibt es aber leider nicht in der Tube. In den meisten Fällen ist handwerkliches Geschick für die verschiedenen Techniken wie Wischen, Stupfen, Spachteln oder Wickeln notwendig.

 

Die meisten Wandlasuren bestehen aus zwei Komponenten und können individuell gemischt werden. Es werden Pigmente oder Pflanzenfarben in einen Binder eingerührt.

 Für jede Lasur ist ein feinkörniger, weißer und abriebfester Untergrund ideal.

 Raufaser vorher behandeln

Auf Raufaser sehen die meisten Lasuren nicht besonders gut aus. Der grobe Untergrund lässt das Farbenspiel kaum richtig zur Geltung kommen. Wer Raufasertapete schätzt, kann sie vorher mit einem weißen Grundanstrich präparieren, in den etwas Quarzsand eingerührt wurde. Dadurch erhält sie die Optik einer rauen, aber gestrichenen Wand. Das ist ideal für gewischte Lasuren.

 Die Technik ist wichtig

Für gewischte Flächen wird die Wandlasur mit einer Lasurbürste dünn aufgetragen. Wer die Technik beherrscht, kann die Wände allein bearbeiten und luftige, zarte Strukturen schaffen. Gute Effekte erzielt man aber auch im Team. Eine Person trägt die Wandlasurfarbe auf, die andere strukturiert mit einem Wischhandschuh die Wand zur wolkigen Fläche.

Strukturen erhält die Wand durch die Wickeltechnik. Ein mit Farbe getränkter Leinenlappen wird auf einem weißen Untergrund ausgerollt. Die Kunst besteht darin, Linien durch die kreuzweise übereinander liegende Lappenführung zu vermeiden. Bei der anderen Variante wird das getränkte Wickeltuch auf eine bereits farblich grundierte Wand abgerollt. Das bringt interessante Strukturen, die Ton in Ton verlaufen.

Bei getupften Wänden hingegen hängt die Optik von dem verwendeten Schwamm ab. Je nach Größe des Schwammes und dessen Porengröße ergeben sich unterschiedliche starke, farbintensive Strukturen.

 Missglückte Wandflächen neu überstreichen

Wenn bei den Lasurtechniken eine Wandfläche missglückt ist, kann man sie selten nachbessern. Meist tritt der Fehler dann nur noch deutlicher hervor. Oft ist die einzige Rettung, die Wand wieder ganz weiß zu streichen und es dann erneut zu versuchen.